Bei bestem Flugwetter mit viel Sonnenschein und kaum Wind begrüßte der erste Vorsitzende Harald Kaufmann die Gäste. Danach übernahm Jana Oehlbrecht das Eröffnungsbriefing, erklärte den Ablauf des Wettbewerbs und wies die auswärtigen Teilnehmer auf die Besonderheiten des Flugplatzes Gedern hin.
Dann ging es auch schon in die Luft. Geflogen wurden verschiedene Übungen, die von Wertungsrichtern beurteilt wurden. Im ersten Durchgang stand die sogenannte „hochgezogene Fahrtkurve“ auf dem Programm. Dabei wird das Segelflugzeug aus einem schnellen Geradeausflug zügig in eine langsame Kurve gezogen. Wird die Übung nicht sauber geflogen, spricht man im „Fliegerlatein“ von einer „Schmierbiege“ – und damit Namensgeber des Gederner Spaß-Wettbewerbs.
Im zweiten Durchgang folgte eine Rollübung: Viermal nach links und viermal nach rechts rollten die Piloten ihre Flugzeuge um die Längsachse. Für Zuschauer am Boden sah es dabei beinahe so aus, als würden die Segelflugzeuge ihnen zuwinken.
Neben diesen Flugübungen flossen auch Starts, Landungen, die Landeeinteilung und ein Seitengleitflug im Endanflug in die Wertung mit ein. Die Richter bewerteten unter anderem die Sauberkeit und Sicherheit der Manöver und natürlich die Ziellandung innerhalb eines vorgegebenen Landefeldes.
Am Boden konnte man miterleben, wie wichtig Teamarbeit beim Segelflug ist: Die Teilnehmer unterstützten sich gegenseitig beim Startbetrieb und Windendienst, holten Schleppseile und schoben gelandete Flugzeuge zurück zum Start. Viele der Gastvereine waren mit ihren eigenen Vereinsflugzeugen nach Gedern gekommen, die vor dem Wettbewerb aufgerüstet und danach wieder abgerüstet wurden.
Diese reibungslose Zusammenarbeit zeigte deutlich, was sich in den vergangenen Jahren über die Vereinsgrenzen hinweg entwickelt hat. Mit dem FSK Nidda ist die Segelfliegergruppe Gedern inzwischen eng verbunden, nachdem die Gederner während der Sanierung ihrer Start- und Landebahn einen Sommer auf dem Flugplatz Nidda zu Gast waren. Auch mit der LSG Braunfels ist durch gemeinsame Sommer-Fliegerlager inzwischen eine feste Freundschaft entstanden. Die Segelfluggemeinschaft Hoherodskopf hat während der Bahnsanierung mit Hallenstellplatz ausgeholfen und die Beziehungen zum Aero Club Schotten sind im letzten Jahr durch eine Doppelmitgliedschaft ebenfalls enger geworden.
Für das leibliche Wohl sorgten während des Wettbewerbs zahlreiche helfende Hände: Piloten und Wertungsrichter wurden direkt am Feld mit warmer Suppe, Kaffee und selbst gebackenem Kuchen aus dem Bollerwagen versorgt. Mit Sonnenuntergang wurde der letzte Teilnehmer noch einmal in die Luft gezogen. Nach insgesamt 68 erfolgreichen Flügen klang der Tag beim gemeinsamen Grillen und der anschließenden Siegerehrung aus.
Am Ende stand Tabata Oehlbrecht, Ausbildungsleiterin der Segelfliegergruppe Gedern, ganz oben auf dem Treppchen. Platz zwei ging an Carmen Wotschke, Flugschülerin des SFG Gedern, die gemeinsam mit ihrem Fluglehrer Joachim Zweiböhmer antrat. André Offenbach von der LSG Braunfels belegte den dritten Platz.
Damit war die „Hochgeschmetterte Schmierbiege“ nicht nur nach mehreren Jahren Pause zurück, sondern gleichzeitig größer und vereinsübergreifender als bisher.
Was als kleiner interner Spaß-Wettbewerb angefangen hatte, wurde zu einem ganz besonderen Tag auf dem Gederner Flugplatz, an dem 34 Piloten aus fünf Vereinen mit viel Flugbegeisterung gemeinsam in die Luft gingen: Alle packten mit an, jeder half jedem – unabhängig von Vereinszugehörigkeit und sportlichem Wettbewerb – und das bei strahlendem Sonnenschein, mit viel Spaß und bester Stimmung.